Einrichtung eines Heimkinos

Bild: Heimkino

27 Jun 2017 Kategorien: Allgemein

Multimediageräte haben sich in jüngerer Zeit rasant voran entwickelt. Kinos bieten ihren Besuchern durch Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten faszinierende Filmerlebisse. Die Bilder sind groß, brilliant und gestochen scharf, und die Geräusche kommen von allen Seiten. Auch für den Heimgebrauch sind Geräte auf den Markt gekommen, mit denen man sich solch ein Kinovergnügen in die eigenen vier Wände holen kann. Die physikalischen Grenzen des Machbaren und Sinnvollen sind hierbei durch die verfügbaren Räumlichkeiten gesteckt, insbesondere durch den Platz, der in der Wohnung vorhanden ist. Je größer das Heimkino, desto besser ist grundsätzlich auch die mögliche Qualität von Bild und Ton. Aber große Geräte in kleinen Räumen sind nicht sinnvoll. Ein größeres Bild erfordert zudem leistungsstärkere Geräte für die Wiedergabe, vor allem im Hinblick auf die Auflösung des Bildes. Auch beim Ton ist bei ausreichendem Platz technisch mehr machbar.

Abstimmung auf vorhandene Räumlichkeiten

Schon durch die Verbreitung größerer Fernseher und Monitore ist bekannt, dass ein größeres Bild auch einen größeren Betrachtungsabstand haben sollte. Anderenfalls muss man beim Ansehen eines Films im Heimkino den Kopf so viel hin und her drehen, dass das Ganze eher anstrengend als vergnüglich wird. Während für Fernseher als Abstand ungefähr das Zweieinhalbfache der Bildschirmdiagonale empfohlen wird, kann man sich im Bereich Heinmkino durchaus mit dem Anderthalbfachen begnügen, um sich räumlich stärker mit den Bildeindrücken zu umgeben. Bei drei Metern Betrachtungsabstand käme also beispielsweise eine Bilddiagonale von bis zu zwei Metern in Betracht. Für normalen Fernsehbetrieb wäre es bei dieser Bildgröße aber wünschenswert, auf fünf Meter Abstand nach hinten rücken zu können. Wenn nun auch der Sound ein gutes Erlebnis sein soll, benötigt man zusätzlichen Platz zu den Seiten. Der Abstand des Filmzuschauers zu den beiden vorderen seitlichen Lautsprechern sollte hierzu etwa so groß sein wie zwischen diesen beiden Lautsprechern untereinander, so dass ein gleichseitiges Dreieck entsteht. Hierzu bräuchten die Lautsprecher einen Abstand von knapp 3,50 Metern, also etwas mehr als der Abstand des Zuschauers zur Bildfläche. Wird ein Sound-System benutzt, bei dem man auch von hinten beschallt wird, etwa Dolby 6.1 oder 7.1, so muss der Raum hierfür einen entsprechend größeren Abstand nach hinten bieten.

Geräte für die Bildwiedergabe

Je größer das Bild, desto höher aufgelöst muss es sein, um nicht unscharf oder mosaikartig verpixelt zu erscheinen. Für heutige Qualitätsansprüche an ein Heimkino nicht mehr zufriedenstellend sind daher analoge Bildwiedergabegeräte – sie sind zu unscharf. Liegt die Bilddiagonale unter einem Meter, was in engen Räumen sinnvoll ist, genügt notfalls ein DVD-Player beziehungsweise ein Fernsehempfang in PAL-Auflösung. Bei einem größeren Bild sollte dagegen auf jeden Fall HD-Qualität beziehungsweise HDTV zum Einsatz kommen. Hierzu wird ein Blue-ray-Player, und für Fersehempfang Geräte mit High-Definition benötigt. Prinzipiell sind auch HD DVD-Formate geeignet. Diese sind jedoch ein Auslaufmodell, das nicht länger unterstützt wird.

Je größer das Bild, desto sinnvoller wird der Einsatz eines Beamers. Damit dieser jederzeit schnell verfügbar ist, ohne dabei im Weg zu stehen, ist eine Deckenmontage sehr sinnvoll. Bei einer kleinen Leinwand in einem kleinen Raum würde dies jedoch zu unschönen Verzerrungen des Bildes führen. Eine bessere Alternative wäre in diesem Fall also ein Großbild-Fernseher (Plasma oder LCD). Bei ausreichender Raum- und Bildgröße jedoch liefert ein Beamer auch dann ein einwandfreies Bild, wenn er platzsparend unter der Decke montiert ist, und er ist zudem kostengünstiger. Der Beamer sollte auf jeden Fall eine HD-Auflösung haben. Liebhaber älterer Fernsehfilme und -serien sollten aber auch darauf achten, dass der Beamer Filme im alten 4:3-Format korrekt wiedergibt. Bei Kinofilmen können auch breitere Formate als 16:9 interessant sein. Wer im Heimkino die Auflösung eines fest montierten Beamers gelegentlich wechseln möchte, muss allerdings darauf achten, dass die unterschiedlichen Formate komplett auf die Leinwand treffen. Wenn die Bildgröße im Heimkino drei Meter übersteigen soll, wird die Grenze vieler gebräuchlicher Beamer erreicht. Hierzu würden eventuell Geräte mit höherer Leuchtkraft erforderlich. Auch Leinwände sind in dieser Größe schwerer zu beschaffen und müssen unter Umständen selbst gebaut werden. Die fürs Heimkino verwendete Leinwand sollte eben, gut reflektierend und leicht zu reinigen sein. Vor allem in einem Raum, der nicht ausschließlich als Heimkino dienen soll, ist eine Roll-Leinwand eine platzsparende Lösung.

Bei der Leinwand sollte darauf geachtet werden, dass sie sich nicht zu sehr kräuselt.

Geräte für die Tonwiedergabe

Charakteristisch für Kinos ist sogenannter Surround-Sound, der nicht nur – wie Stereo-Sound – räumliche Effekte zwischen links und rechts, sondern auch zwischen vorne und hinten enthält. Außerdem tragen satte Bässe zum Klangerlebnis bei, wozu die tiefen Tonfrequenzen mittels eines sogenannten Subwoofers verstärkt werden. Aktivlautsprecher müssen nicht besonders groß sein, um guten Klang zu liefern, aber Anordnung und Abstände sollten mit der Raum- und Bildgröße abgestimmt sein. Im Bereich Heimkino kann ein Dolby-5.1-System als ausreichend betrachtet werden, das aus fünf normalen Lautsprechern und einem Subwoofer besteht. Im Grunde wäre ein analoges Surround-Sound-System fürs Heimkino geeignet. Da die für die Bildwiedergabe nötigen digitalen Geräte jedoch meist nicht über entsprechende Anschlüsse verfügen, wäre ein kostspieliger Digital-Analog-Umwandler nötig. Daher sollte ein neu angeschafftes Soundsystem Dolby Digital sein. Bei Dolby 5.1 wird der Center-Lautsprecher idealerweise hinter der Leinwand platziert. Ist dies im Heimkino nicht möglich, sollte er mittig dicht über oder unter der Leinwand beziehungsweise dem Bildschirm angebracht werden. Zwei Lautsprecher werden vorne links und rechts, zwei hinten links und rechts platziert. Letztere sollten sich, wenn möglich, etwas weiter hinten als die Zuschauerposition befinden. Bei Dolby 6.1 und 7.1 gibt es ferner noch einen beziehungsweise zwei Lautsprecher, die auf der Rückseite des Raumes hinter den Zuschauern positioniert werden. Der Subwoofer steht im Heimkino üblicherweise im vorderen Bereich. Da sich die sehr tiefen Töne vom menschlichen Ohr nicht orten lassen, müssen sie nicht räumlich verteilt werden.

Sonstige Raumausstattung

Ein gutes Heimkino sollte ausreichend dunkel sein. Fenster sollten deshalb über gute Verdunklungsvorrichtungen verfügen, fensterlose Räume über ausreichende Belüftung. Zur Beendigung oder Unterbrechung der Filmvorstellung sollte stets ein Lichtschalter in greifbarer Nähe sein, eventuell mittels Fernbedienung. Akustikschalter sind fürs Heimkino wegen der Geräuschkulisse ungeeignet. Bei dünnen Wänden und geräuschempfindlichen Nachbarn kann eine Schalldämmung des Raumes sinnvoll sein. Und schließtlich sollten bequeme Sitze mit Arm- und Rückenlehne sowie Abstellflächen für Snacks und Getränke nicht fehlen.

Bild: pixabay / CC0 Public Domain

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