Richtige Maßnahmen bei Schimmel in der Mietwohnung

Bild: Schimmel an der Wand

11 Sep 2017 Kategorien: Allgemein

Wird Schimmel in der Mietwohnung entdeckt, ist dies nicht nur ein ärgerlicher Fakt, sondern auch ein gesundheitsschädlicher. Darum ist es umso wichtiger, schnell zu handeln, damit der Schimmel rasch beseitigt wird. Am besten ist natürlich, dem Schimmel direkt vorzubeugen.

Bei Schimmel sofort den Vermieter benachrichtigen

Wurde also Schimmel in der Wohnung entdeckt, sollte so schnell wie möglich der Vermieter darüber informiert werden. Am besten ist es, Fotos von betreffenden Stellen zu schießen, da sie im Zweifelsfall sogar als Beweismittel dienen können. Zunächst sollte dem Vermieter jedoch am besten schriftlich Bescheid gegeben werden, zum einen, damit er sich den Schaden persönlich anschauen kann, aber auch zum anderen, damit er die Gelegenheit hat, den Schimmel auch zu beseitigen. Als Mieter muss dieser Fakt anerkannt werden, bevor man – im Notfall zu weiteren Schritten greift. Lässt der Vermieter den Schimmel beispielsweise nicht entfernen oder reagiert nicht, so kann gegebenenfalls die Miete um bis zu 20% gekürzt werden. Allerdings sollte dies nicht einfach eigenmächtig geschehen, sondern erst nach genauer Absprache mit einem Anwalt und auch nur, wenn der Vermieter überhaupt nicht reagiert oder Anstalten macht, den Schimmel zu beseitigen.

Die Miete darf allerdings nicht gekürzt werden, wenn sich herausstellt, dass der Mieter selbst Schuld am Schimmel ist, etwa durch unsachgemäßes Lüften.

Was man zunächst selbst unternehmen kann

Bild: Schimmel wird entferntBei kleinen Schimmelstellen oder auch bei oberflächlichem Befall kann zunächst versucht werden, den Schimmelpilz mit milden Reinigern, wie etwa dem klassischen Haushaltsreiniger, einfach abzuwischen. Dies eignet sich auch in der Regel dann, wenn die Oberfläche aus Keramik, Metall, Glas oder lackiertem Holz besteht. Bei einem oberflächlichen Befall lässt sich der Schimmelpilz leicht abwischen. Der verwendete Lappen sollte nach diesem Gebrauch entsorgt werden, zudem empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Obwohl es im Bau- oder Drogeriemarkt zahlreiche Mittel gegen Schimmelpilz gibt, die mitunter aus chemischen Wirkstoffen wie Chlorverbindungen bestehen, sollten diese nicht angewendet werden, da die Inhaltsstoffe gesundheitsschädigend sind und nicht eingeatmet werden sollten. Vielmehr gibt es zahlreiche, auf natürlichen Inhaltsstoffen basierte Reinigungsmittel, die oberflächlichem Schimmel ebenso gut den Garaus machen können. Nach der Reinigung ist es sinnvoll, die befallene Stelle mit Ethylalkohol abzuwaschen. Diesen Alkohol gibt es beispielweise in Apotheken zu kaufen. Ist das Badezimmer von Schimmelbefall betroffen, besonders Silikonabdichtungen in der Dusche, so müssen diese entfernt und ausgetauscht werden. Ist die Tapete befallen, sollte das betroffene Stück sogleich herausgeschnitten und entsorgt werden. Die freigelegte Fläche sollte mit entsprechenden Mitteln gesäubert werden, ehe die Stelle erneut tapeziert wird. Grundvoraussetzung ist hier, dass die Stelle nicht mehr feucht sein darf.

Wann ein Experte notwendig ist

Es gibt jedoch Fälle, in denen eigene Maßnahmen nicht mehr helfen und die sich dringend ein Experte ansehen sollte, da Schimmelpilze immer die Gesundheit massiv gefährden.

Dieses trifft zum Beispiel dann zu, wenn
  • Die Schimmelflecken eine Größe von einem halben Quadratmeter überschreiten
  • Ein typischer “Schimmelgeruch” in der Luft liegt, die Quelle aber unklar ist
  • Bei nassen/sehr feuchten Wänden
  • Bei Schimmelbefall, der bereits sichtbar ins Mauerwerk/die Wand eingedrungen ist, da hier mitunter auch Schäden an der Bausubstanz entstehen können

Ursachen von Schimmelbefall

Die Ursachen, die Schimmel entstehen lassen können, sind vielfältig und oftmals nicht direkt zu erkennen. Die häufigste Ursache für die gefährlichen Pilze ist Feuchtigkeit, in der die Sporen wunderbar gedeihen und sich ausbreiten können. Feuchtigkeit entsteht entweder durch grobe Baumängel (z.B. schlecht eingebaute/mangelhafte Fenster) oder eine fehlerhafte Dämmung. Auch Risse im Mauerwerk, die das Eindringen von Feuchtigkeit ermöglichen, können die Ursache für den Schimmelbefall sein. Ist das Gebäude jedoch in einwandfreiem Zustand, kann der Schimmelpilz auch durch “menschliche Fehler” herbeigeführt werden, etwa durch ein schlechtes Heizungs- und Lüftungsverhalten. In einer warmen und feuchten Umgebung fühlen sich Schimmelpilze besonders wohl, also muss ihm diese Grundlage entzogen werden, wenn Schimmel vermieden werden soll.

Schimmelbefall vorbeugen

Um Schimmel gar nicht erst entstehen zu lassen, können Mieter einiges tun.

So zum Beispiel:
  • Die Luftfeuchtigkeit mittels eines geeigneten Gerätes kontrollieren. Bereits ab einer Luftfeuchtigkeit von 60-70% ist ein erhöhtes Risiko von Schimmelbefall gegeben
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte am besten um die 50% betragen
  • Dies wird vor allem durch ein ausgewogenes Heizungs- und Lüftungsverhalten reguliert und begünstigt
  • 2-3-mal am Tag für jeweils 5-10 Minuten (je nach Jahreszeit und Personenanzahl im Haushalt) die Fenster zum Stoßlüften öffnen und die Türen in den zu lüftenden Räumen schließen. So wird die feuchte Luft durch trockene Luft ausgetauscht
  • Das Fenster nicht kippen, sondern geschlossen oder ganz offen halten, da sonst die Räume zu sehr auskühlen
  • Im Winter die Heizung nie ganz ausstellen, sondern auf einer Minimaltemperatur eingeschaltet lassen, da auch hier die Räume auskühlen. Zudem werden Heizkosten gespart, da der Raum nicht von 0 an wieder aufheizt werden muss
  • Wäsche wenn möglich auf dem Balkon oder im Trockner trocknen, da sonst die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Falls es nicht anders möglich ist, gründlich Stoßlüften

 


 

Bildernachweis:
Titelbild-Urheber: wabeno / 123RF Lizenzfreie Bilder
Schimmel wird entfernt – Urheber: rioblanco / 123RF Lizenzfreie Bilder

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